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BallbustingZwangsfeminisierung

Entmannen

So wie für die Mehrheit der Männer Penis und Hoden besonders schützenswerte Körperteile sind, verspürt eine Minderheit den Wunsch nach Kastration. Diese Fantasien können vor allem im Rahmen von Rollenspielen im Bereich Dominanz und Unterwerfung ausgelebt werden. Tatsächliche Kastrationen werden vor allem in längerfristigen Beziehungen vorgenommen, die von einer dominanten Frau und einem devoten Mann geprägt sind. Tiefenpsychologisch steckt bei solchen Männern der Wunsch dahinter, auf einen archaischen Herrschaftsanspruch verzichten zu wollen. Das betrifft insbesondere seine Zeugungsfähigkeit. Die Sehnsucht nach einem dauerhaften Kontrollverlust treibt ihn dazu, seine Männlichkeit im sexuellen Kontext aufzugeben. 
Das Entmannen erfolgt in der Regel durch Entfernen der Keimdrüsen. Dieser operative Eingriff ist ohne medizinische Indikation in vielen Ländern illegal und wird innerhalb der BDSM-Szene von sogenannten Cuttern ausgeführt. In einigen wenigen Fällen erfolgt auch eine Penektomie, also die operative Entfernung des Penis oder eine Glansektomie, bei der nur die Eichel entfernt wird. 
Innerhalb eines Rollenspiels im Rahmen der Klinikerotik oder im Bereich Dominanz und Unterwerfung erfolgt das Entmannen nur zum Schein. In einem psychologischen Spiel wird dem Bottom gewissermaßen vorgegaukelt, dass seine Hoden oder sein Penis entfernt werden. In der Szene hat sich dafür der englische Begriff Mind Fuck etabliert. Kennzeichnend für solche Art Rollenspiele ist die Unsicherheit des Bottoms über den Verlauf des Geschehens. Damit verbunden ist häufig auch eine Einschränkung der Wahrnehmungsfähigkeit, beispielsweise durch eine Augenbinde. Der Bottom hört nur das Wetzen der Messer oder andere Geräusche einer Operationsvorbereitung und erfährt einen zusätzlichen Kick. Er wird von einem Gefühl völliger Hilflosigkeit übermannt und ist dem Top komplett ausgeliefert. 
Eine übliche Rollenverteilung in diesem Zusammenhang ist die von Sklave und Herrscherin. Der männliche Bottom unterwirft sich freiwillig seiner Herrscherin und genießt die Veränderung der Machtstrukturen. Im Gegenzug genießt die Herrscherin die Machtfülle, mit der sie über ihren Sklaven verfügen kann. Bestrafungen zielen nicht selten auf eine Verweigerung sexueller Bedürfnisse ab. Dazu gehören beispielsweise Zwangsentsamungen oder der Zwang zur Keuschheit mithilfe von Keuschheitsgürteln oder Peniskäfigen. Als Höchststrafe kann die Herrscherin dann die Strafe der Kastration verhängen, wenn der Sklave Verfehlungen wie Selbstbefriedigung begangen hat. In solchen Rollenspielen können Männer ihre Kastrationsfantasien ausleben, ohne sich tatsächlich dem Entfernen der Hoden oder des Penis auszusetzen.