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Genitalbondage

Offensichtlich ist der Penis das Organ des männlichen Körpers, das am empfänglichsten für Empfindungen jeder Art ist. Die Grenze zwischen Lust und Schmerz im Genitalbereich ist fast fließend. Psychologisch betrachtet, ist für viele Männer der Penis der Mittelpunkt der Sexualität und ein Symbol für sexuelle Potenz. Gerade bei sadomasochistischen Praktiken kann die Erfahrung, hilflos einem Missbrauch seines wertvollsten Körperteils ausgesetzt zu sein, eine immense psychologische Spannung hervorrufen.  Eine normalerweise mit nachhaltiger Lust assoziierte Körperregion wird in ein verwundbares Ziel für Strafe und Schmerz verwandelt. Beim Genitalbondage treffen in der Regel männlicher Sadomasochismus und weibliche Dominanz aufeinander. Als Teilbereich der Cock and Ball Torture (CBT) stellt diese Sexualpraktik ein Bindeglied zwischen den Interessen der sexuellen Kontrolle und der Keuschheit dar.
Abweichend von anderen Bondage-Techniken ist das Ziel beim Genitalbondage nicht die Immobilität, sondern die Luststeigerung und Verlängerung des männlichen Orgasmus. Die Fesselung von Penis und Hoden wirkt ähnlich wie bei einem Cockring erektionsfördernd, da sie nur den Blutabfluss der unmittelbar unter der Hautoberfläche gelegenen Venen behindert, nicht aber den der tiefer liegenden Gefäße. 
Als Utensilien können dünne Seile, Schnürsenkel oder Nylonstrümpfe verwendet werden. Letztere haben den Vorteil, dass sie nicht so tief in die Haut einschneiden. Allerdings lassen sich Knoten bei diesem Material auch schwerer lösen. Das Fesselutensil wird von unten um Hoden und Peniswurzel gelegt und am Penisansatz verknotet. Ein weiteres Umschlingen des Seils um den Penis kann ein eventuell vorhandenes Kondom fixieren. Anschließend wird das Seil um den Ansatz des Hodensacks nach hinten gezogen und dort ebenfalls verknotet. Überschüssiges Fixiermaterial kann an den Enden zu einer Öse verknotet und mit Gewichten beschwert werden. Dadurch wird der Hodensack nach unten in die Länge gezogen, was der Gefesselte als angenehmen Lustschmerz empfindet. Als Teil von Erziehungsspielen wird an der Öse oft noch eine Leine angebracht, die dem Top dazu dient, den Bottom schon mit leichtem Ziehen schnell in gewünschte Stellungen zu befördern. 
Bei dieser Sexualpraktik sollten einige Sicherheitsvorkehrungen getroffen werden. Die aktive Person sollte Gesicht und Hodensack der passiven Person stets im Blick behalten. Blauverfärbungen deuten darauf hin, dass die Fesselung zu fest geschnürt ist und es zu Blutstau kommt. Besonders im Bereich des Hodensackes wird die taktile Sensibilität der Haut durch die Fixierung deutlich erhöht. Des Weiteren sollten immer Instrumente wie Scheren für eine schnelle Entfesselung bereitliegen. Die Vereinbarung eines Sicherheitswortes zum sofortigen Abbruch der Session ist bei Fesselungen des Genitalbereiches empfehlenswert.