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Mumifizierung

Hierbei handelt es sich um eine spezielle Bondage-Technik, bei der einzelne Körperteile oder der ganze Körper vollständig verhüllt werden. Bei Ganzkörperverhüllungen weist der so Gefesselte Ähnlichkeit mit den Mumien im alten Ägypten auf, was der Technik ihren Namen gab. Obwohl diese Sexualpraktik grundsätzlich dem Bereich Bondage zuzuordnen ist, wird sie häufig auch im Rahmen von Rollenspielen innerhalb des Bereichs Dominanz und Unterwerfung angewendet. Ziel der Mumifizierung ist neben der Immobilität des Mumifizierten vor allem das Spiel von Macht auf der einen und Hilflosigkeit auf der anderen Seite.
Grundsätzlich kann bei der Mumifizierung jedes Fesselmaterial zum Einsatz kommen. Sehr verbreitet ist die Verwendung von Frischhaltefolie. Sie erlaubt dem Mumifizierten eine relativ bequeme Lage und ist aufgrund ihrer Breite sehr effektiv. Alternative Materialien sind Stretchfolie, Bondage-Tape, Mullbinden, Tücher oder Klebeband. In einigen Fällen spielt auch die Affinität der gefesselten Person zu bestimmten Materialien wie Latex oder Gummi eine Rolle. Dann wirkt dieses als Fetisch und zusätzlich Lust steigernd. In der Regel lässt sich die passive Person dann mit viel nackter Haut mumifizieren.
Bei der Ganzkörpermumifizierung wird das Verbundmaterial zunächst kreuzweise über die beiden Schultern und um den Brustkorb gewickelt. Dabei ist darauf zu achten, dass nicht zu fest geschnürt wird, damit der Gefesselte noch die Möglichkeit zum Atmen hat. Anschließend werden die Gliedmaßen zuerst separat eingewickelt und die Arme danach zusätzlich am Körper fixiert, wobei sie über die Brust verschränkt werden. Um Druckstellen zu vermeiden, kann zwischen den Knöcheln der Füße ein Kissen platziert werden, das durch Umwickeln beider Beine noch einmal fixiert wird.  
Die Mumifizierung kann bei einer Person in liegender oder stehender Position vorgenommen werden. Denkbar ist beispielsweise die Fesselung an einen Balken oder an das Andreaskreuz. Das ist empfehlenswert, da die Person Stürze nicht abfedern kann. Als Sicherheitsvorkehrung ist auf jeden Fall das Bereithalten einer stumpfen Verbandschere ratsam, damit die Mumifizierung bei Problemen schnell aufgehoben werden kann.
Der Vorteil dieser Fesselungstechnik liegt darin, dass eine fast vollkommene Bewegungsunfähigkeit des Bottoms erreicht wird, ohne Gefahr zu laufen, dass Gliedmaßen abgeschnürt werden oder Druckstellen und Blutergüsse durch zu feste Fesselung entstehen. Wird der Kopf in die Mumifizierung einbezogen, wird die passive Person nicht nur ihrer taktilen Wahrnehmung beraubt, sondern auch der übrigen Sinne wie Riechen, Schmecken, Hören oder Sehen. Dieser Zustand kann zu einer sensorischen Deprivation führen. Hält er länger an, kann es zu Halluzinationen oder anderen Persönlichkeitsveränderungen kommen. Eine Mumifizierungs-Session sollte deshalb nicht länger als drei Stunden dauern. Ein ständiger Kontakt mit dem Mumifizierten seitens der aktiven Person ist vonnöten, um eine ständige Kontrolle über den Zustand des Bottoms zu haben.