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Dilatoren

Dilatoren sind medizinische Geräte, die zur Weitung von Körperöffnungen Verwendung finden, insbesondere der Harnröhre, des Anus, der Vagina oder des Gebärmutterhalses. Im Kontext von Sexualpraktiken dienen sie als Utensilien zur erotischen Stimulation. Die Harnröhrendehnung ist dabei die häufigste Art, Dilatoren einzusetzen. Da sich die Harnröhre im menschlichen Körper im Genitalbereich befindet, wirkt die Stimulation durch Weitung für viele Menschen besonders lustvoll. Vor allem bei der Frau ist die Harnröhrenöffnung durch die sie umgebende Klitoris eine erogene Zone. Auch beim Mann ist die Harnröhre von erektilem Gewebe umgeben. Der englische Begriff für Harnröhrenstimulation lautet Urethral Stimulation oder Urethral Play. 
Neben Dilatoren können noch weitere Hilfsmittel zur Anwendung kommen. Die Industrie bietet für diese Zwecke Harnröhrenvibratoren oder spezielle Sonden für die Elektrostimulation an. Auch ganze Dilatoren-Sets in verschiedenen Größen sind mittlerweile frei im Handel erhältlich. In Ermangelung solcher Utensilien werden auch immer wieder Alltagsgegenstände wie Drähte, Nägel oder Haarnadeln verwendet. Davon ist allerdings abzuraten, weil der sensible Bereich der Harnröhre sehr verletzungsanfällig ist. Es kann zu Rissen der Harnröhre kommen oder zu Infektionen aufgrund von Keimen. Auf jeden Fall sollte der für die Harnröhrenstimulation benutzte Gegenstand bruchfrei, nicht scharfkantig und steril sein. Medizinische Dilatoren sind diesbezüglich sicherer, weil sie für diese Zwecke konzipiert wurden. Sie sind in der Regel aus Chirurgenstahl gefertigt, manchmal auch aus Edelstahl oder Aluminium. In Sexshops sind auch Dilatoren aus Latex erhältlich.
Sterilität der Utensilien ist eine Voraussetzung zur Vermeidung von Infektionen. Diese wird beispielsweise durch Abkochen mit Wasser erreicht. Danach sollten die Dilatoren nicht mehr mit den Händen berührt werden, da diese zahlreiche Keime enthalten. Das Tragen von Latexhandschuhen und die Verwendung eines sterilen Gleitgels sind empfehlenswert. 
Im weitesten Sinne gehört die Harnröhrenstimulation aufgrund des Lustschmerzes in den Bereich Sadismus-Masochismus. Allerdings kann es auch zu Überschneidungen mit anderen Bereichen kommen, wenn die Sexualpraktik beispielsweise im Rahmen der Klinikerotik eingesetzt wird. Das in diesem Zusammenhang mögliche Auftreten einer Ohnmacht Ärzten und Krankenschwestern gegenüber kann auch die Bereiche Disziplin, Dominanz und Unterwerfung berühren. Eine mögliche Spielart ist hier die Kontrolle über die Blase mittels Katheter. Dann wird nicht der Vorgang an sich als lustvoll empfunden, sondern das Machtgefälle im Rahmen von Rollenspielen. Eine verschärfte Spielart der Harnröhrenstimulation ist der Urethralverkehr. Dabei wird der Penis in die Harnröhre der Frau eingeführt. Da für diese Praktik der Durchmesser der weiblichen Harnröhre normalerweise zu gering ist, muss diese dazu langfristig graduell gedehnt werden. Diese Form der Harnröhrenstimulation ist allerdings sehr selten.