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Nadelrad, Nervenrad

Zu den BDSM-Utensilien, die den Weg von der Medizin in die Studios und Schlafzimmer geschafft hat, gehört auch das Nadelrad. Dabei handelt es sich um ein Metallrad, das beweglich an einem Griff befestigt ist. Das Rad weist mehrere spitze Metallstifte auf. In der Medizin wird das Gerät nach seinem Erfinder als Wartenbergrad bezeichnet. In der BDSM-Szene wird es üblicherweise als Nadelrad oder Nervenrad bezeichnet. Ursprünglich zur Prüfung der Schmerzempfindlichkeit bei Anästhesiepatienten konzipiert, wird es im erotischen Kontext in der Regel als Züchtigungsinstrument verwendet. Dabei wird mit dem Nadelrad über die Haut des Partners gerollt. Je nach Körperpartie und ausgeübtem Druck können so verschieden Grade eines Lustschmerzes hervorgerufen werden, der vom erregenden Kribbeln bis zum stechenden Schmerz reichen kann. 
Das Nadelrad kann auf allen Gebieten innerhalb von BDSM zum Einsatz kommen. Im Bereich Bondage ist das Abrollen der Fußsohlen beispielsweise eine beliebte Praktik, wenn der Partner an den Füßen gefesselt ist. Im Bereich Dominanz und Unterwerfung kann das Gerät zum Beispiel bei Erziehungsspielen als Züchtigungshilfe zum Einsatz kommen. Auch in der Klinikerotik dient es oft im rollenspielerischen Umgang mit medizinischen Geräten als Utensil. Zu guter Letzt ist das Nadelrad auch im Bereich Sadismus und Sadomasochismus zur Erzeugung von Lustschmerz auch bei härteren SM-Sessions ein wirkungsvolles Werkzeug, vor allem, wenn das Nadelrad über die empfindlichen Hautpartien im Genitalbereich gerollt wird.
Bezüglich des Materials gibt es Ausführungen aus Chirurgenstahl oder verchromtem Messing. Einige Geräte besitzen auch mehr als ein Rad (bis zu sieben), wodurch die damit verbundenen Effekte noch erhöht werden können. Die Preise für im Handel erhältliche Nervenräder bewegen sich zwischen 25 und 35 Schweizer Franken. Für den Hausgebrauch wird anstelle des Wartenbergrades oft auch ein Kopierrad verwendet. Dieses ist nahezu identisch aufgebaut, dient aber eher als Schneidwerkzeug zum Ausschneiden von Schnittmustern. Die Verwendung ist deshalb nicht ganz ungefährlich, weil die Haut schnell verletzt werden kann.
Da das Instrument auch für die empfindlichen Hautpartien im Intimbereich verwendet wird, empfiehlt sich vor dem Gebrauch eine gründliche Reinigung mit Desinfektion. Dazu genügt es, das Gerät für zwei bis drei Minuten in sprudelnd kochendes Wasser zu legen. Dadurch werden alle Keime abgetötet und mögliche Infektionen vermieden.