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Elektrostimulation Reizstromtechnik

Die Medizintechnik dient bei der Ausbildung von Sexualpraktiken häufig als Vorbild. So auch bei der Elektrostimulation. Die aus rein medizinischen Gründen angewendete Reizstromtechnik, beispielsweise beim Ausfall von Nerven zu Therapiezwecken, fand nach und nach auch Anwendung für eine erotische Elektrostimulation. Innerhalb der Szene haben sich dafür auch die Begriffe E-Stim oder Elektrosex etabliert.
Genau genommen wurde die erotische Elektrostimulation nicht direkt aus der Medizin übernommen, sondern nahm den Umweg über die Fitnessbranche. In den 50er Jahren entwickelte die Industrie sogenannte passive Trainingsgeräte, mit denen Muskelaufbau und Fettabbau durch elektrische Ströme möglich war. Es liegt die Vermutung nahe, dass die Besitzer solcher Geräte einen erotischen Lustgewinn dadurch entdeckten, dass die Elektroden bewusst oder unbewusst in der Nähe des Genitalbereichs platziert wurden. Ab den 80er Jahren wurden dann erstmals Geräte entwickelt, die speziell für die erotische Stimulation konzipiert wurden. Neben dem Einzug der Digitaltechnik fand im Laufe der Zeit auch eine rasante Entwicklung der Elektroden statt. Heute gibt es Geräte mit zwei und mehr Elektroden, die bezüglich Material und Form speziell für erotische Zwecke hergestellt werden.
In der Regel wird bei solchen Geräten Gleichstrom oder niederfrequente Wechselströme verwendet. Eine Ausnahme bilden sogenannte Violet Wands. Diese basieren auf dem Tesla-Transformator und verabreichen hochfrequente Wechselströme mit sehr hoher Spannung und niedriger Stromstärke. Allerdings befindet sich der Strom zur Entschärfung in einem Glaskolben, sodass bei der Berührung mit der Haut nur geringe elektrische Stromschläge verabreicht werden. Das Gerät wird gern in Verbindung mit Augenbinden benutzt, sodass der Empfänger nicht weiß, an welcher Stelle des Körpers der nächste Stromimpuls erfolgt und die sexuelle Spannung dadurch gesteigert wird.
Bei den üblichen Geräten dient der menschliche Körper als elektrischer Leiter und schließt dadurch den Stromkreis zwischen den Elektroden. Dabei können auch zahlreiche Sexspielzeuge die Elektroden ersetzen. Das können beispielsweise Analstöpsel, Sonden, Nadelräder oder Metallhandschuhe sein. Grundsätzlich kann zwischen direkter und indirekter Stimulation unterschieden werden. Erstere stimuliert direkt die primären Geschlechtsteile wie Penis, Hodensack, Vagina oder Klitoris. Werden die Elektroden in der Nähe des Genitalbereichs angebracht, beispielsweise zwischen den Schenkeln, spricht man von indirekter Stimulation. Eine weitere Spielart beim Mann ist die Stimulation über den Anus. Dadurch kommt es zur elektrischen Stimulation der Prostata und zu einer Luststeigerung, die bis zur Ejakulation führen kann.
Zur Verstärkung des Effekts kommen häufig noch spezielle Gleitmittel zur Anwendung. Dabei handelt es sich auf Wasser basierende Gele, die mit Kochsalz versetzt sind und somit die Leitfähigkeit erhöhen.
Bei vielen Geräten können Stromstärke und Pulsfrequenz individuell gesteuert werden. Das ermöglicht beim Empfänger der Stromimpulse eine Reihe unterschiedlich starker Wahrnehmungen. Diese können von kleinen Impulsen wie die eines Vibrators über elektrozaunähnliches Pochen bis hin zu stechenden Schmerzen wie bei einem Stromschlag reichen.