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Erziehungsspiele

Erziehungsspiele gehören zu den am häufigsten eingesetzten sadomasochistischen Praktiken. Sie werden von vielen Prostituierten und Dominas angeboten, werden jedoch häufig auch von Paaren praktiziert. Zentraler Bestandteil von Erziehungsspielen ist dabei stets die Bestrafung eines angeblichen Fehlverhaltens. Die Bestrafungen können dabei sowohl rein körperlicher Natur sein als auch psychische Demütigungen beinhalten. Erziehungsspiele beruhen dabei stets auf einer strengen Einvernehmlichkeit. 
Wie Erziehungsspiele konkret ablaufen, hängt stark von den Bedürfnissen der Partner ab. In der Regel züchtigt der Top (dominanter Partner) den Bottom (devoter Partner), was für beide Akteure mit einem sexuellen Lustempfinden verbunden ist. Entsprechende Sexualpraktiken werden in allen Beziehungskonstellationen durchgeführt und sowohl in hetero- als auch in homosexuellen Partnerschaften angewandt. Ob neben einer Bestrafung auch noch weitere sexuelle Aktivitäten mit zum Rollenspiel gehören, hängt von den zuvor vereinbarten Regeln ab. Die Rollen von Bottom und Top können auch abwechselnd eingenommen werden, ein Wechsel erfolgt in der Regel aber erst zu Beginn einer neuen Session.
Da für Erziehungsspiele wenige oder keine Sexspielzeuge benötigt werden, werden diese häufig zu Hause durchgeführt. In vielen SM-Clubs besteht jedoch die Möglichkeit entsprechende BDSM-Praktiken in einem eigens hierfür gestalteten Raum durchzuführen. Beliebt sind in diesem Zusammenhang beispielsweise alte Klassenzimmer mit Holzschulbänken. Dabei kann der Top die Rolle des strafenden Lehrers übernehmen, während der Bottom sich in die Rolle des unartigen Schülers begibt, der gezüchtigt werden muss. Die Züchtigung erfolgt in diesem Fall für gewöhnlich durch Schläge auf das Gesäß – sei es mit der flachen Hand oder mit einem Paddle. Viele Bestrafungsgegenstände findet man in jedem gewöhnlichen Haushalt, speziellere Sexspielzeuge können aber auch in einem Sexshop erworben werden. Weit verbreitet sind allerdings auch Tease and Denial-Praktiken, in deren Rahmen dem devoten Partner eine sexuelle Befriedigung in Form eines Orgasmus verweigert wird. 
Erziehungsspiele können auf verschiedenste Arten ausgelebt werden, wobei die Intensität des zugefügten Lustschmerzes stark variieren kann. In jedem Fall sollte vor Beginn entsprechender BDSM-Praktiken ein Sicherheitswort vereinbart werden, das bei Aussprache zu einem sofortigen Abbruch der Spiele führt. Ein Sicherheitswort oder Safeword ist gerade deshalb notwendig, weil Wimmern und Betteln um Gnade oftmals Teil eines Erziehungsspiels sind und es daher zu Missverständnissen zwischen den Partnern kommen kann.
Ihrem Wesen nach werden Erziehungsspiele in den Bereich Dominanz und Unterwerfung eingeordnet. Übergänge, insbesondere zu Sadomasochismus und Masochismus, sind üblich, wenn Bestrafungen Teil des Rollenspiels sind.