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Fesselspiele

Fesselspiele repräsentieren innerhalb des BDSM den Bereich Bondage (Fesselung), für den im Akronym BDSM das B steht. Allerdings ist sich die Szene nicht ganz einig darüber, ob Fesselspiele tatsächlich den BDSM-Praktiken zuzuordnen sind, da sie auch außerhalb dieser Gruppe sehr verbreitet sind. Auch viele Liebhaber des Vanillasex haben erkannt, dass die Immobilisierung des Partners sehr reizvoll sein kann. 

Grundsätzlich können wie bei fast allen dieser Praktiken auch Fesselungs- und Erziehungsspiele in die Bereiche Dominanz und Unterwerfung oder Sadismus und Masochismus übergehen. Allerdings können sie auch losgelöst von anderen Praktiken als eigenständige Vorliebe ausgeübt werden. Der Reiz bei Fesselspielen besteht insbesondere in der Erhöhung der sexuellen Spannung. Dabei stimuliert den Gefesselten in der Regel der Umstand, dass er die Kontrolle komplett abgibt und sich in eine Situation der Hilflosigkeit begibt. Viele Liebhaber dieser erotischen Spielart genießen es, sich völlig in ihre Empfindungen hineinfallen zu lassen und das hinzunehmen, was ihr der Partner befiehlt. Zudem können die Fesseln durch Reibung einen Lustschmerz bereiten, der zusätzlich den Reiz des gefesselt sein ausmacht.

Die aktive Person zieht ihre sexuelle Stimulans dagegen aus der Machtposition über den gefesselten Partner. Innerhalb dieses Rollenspiels kann jegliche politische Korrektheit fallen gelassen werden und Macht und Dominanz bereiten ihm ein Vergnügen an der erotischen Unterordnung seines Partners.

Mittlerweile widmet sich ein ganzer Industriezweig der Herstellung von Utensilien, mit denen die passive Person bewegungsunfähig gemacht werden kann. Während für einige die Fesselung mit herkömmlichen Seilen, Handschellen oder Ketten schon Lust steigernd wirkt, genießen oder bevorzugen andere zusätzlich spezielle Fesselwerkzeuge aus Satin, Stretchgummi, in Lackoptik, mit Samtschleifen und Strasssteinchen und anderen Utensilien mit erotischer Optik und Haptik.

Auch eine Reihe von weiteren Hilfsmitteln kann einen zusätzlichen Lustgewinn herbeiführen. Hierzu zählt insbesondere das x-förmige Andreaskreuz, an dem der devote Partner mit gespreizten Beinen und ausgestreckten Armen gefesselt wird. Weitere Hilfsmittel sind Augenbinden, Gesichtsmasken, Spreizliegen, Flaschenzüge und vieles mehr.

Die Art der Fesselung kann nur Teilbereiche des Körpers betreffen wie beispielsweise die Hände und Füße. Aber auch Ganzkörperfesselungen werden insbesondere bei der Mumifizierung angewendet. Dabei handelt es sich um eine spezielle Fesseltechnik, bei der der Körper des Gefesselten komplett verhüllt wird. Dazu wird der Partner in einen Sack aus Latex oder Leder geschnürt. Auch spezielles Fesseltape kann dafür benutzt werden. Die Spielart wird oft mit Atemreduktionsspielen kombiniert.

Eine ähnliche Spielart ist das Weaving (weben), bei der der Gefesselte komplett mit Seilen eingeschnürt wird oder das Wickelbondage. Der Fantasie der Beteiligten sind hier keine Grenzen gesetzt. Allerdings sollten gerade bei Fesselspielen die Regeln im Sinne von safe, sane und consensual beachtet werden.