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Fetisch

Das Wort Fetisch stammt von dem portugiesischen Wort "Feitiço", das so viel wie Zauber oder Magie bedeutet. Portugiesische Seefahrer bezeichneten so geschnitzte Tier- und Menschenfiguren, die sie von ihren Reisen mitbrachten. Ihnen wurde eine magische Wirkung nachgesagt. Der Begriff wurde in Europa 1757 durch den französischen Gelehrten Charles de Brosses bekannt. Erst als Siegmund Freud den Begriff Fetischismus in seinen psychoanalytischen Betrachtungen verwendete, erhielt auch das Wort Fetisch mehr und mehr seine Bedeutung im erotischen Kontext.

Danach ist ein Fetisch ein bestimmtes Objekt, ein Körperteil, eine Situation, ein Geruch oder ein Material und trägt zur sexuellen Erregung bei. Dabei kann als Objekt gewissermaßen alles infrage kommen, was man sich denken kann, es sei denn, der Gegenstand ist inhaltlich von vornherein mit dem Sexualakt verbunden wie Dildos oder Vibratoren. Allerdings werden Objekte mit einer Nähe zu erotischen Themen wie zum Beispiel Unterwäsche, Schuhe, Seidenstrümpfe oder Fesseln häufiger zum Fetisch erklärt als andere. Auch muss ein Fetisch nicht immer ein totes Objekt sein. Weit verbreitet ist der Fetischismus für Körperteile wie Füße, Brüste oder Haare. Dem Philosophen René Descartes wird nachgesagt, dass für ihn schielende Frauen einen Fetisch darstellten. 

Die Ursache, warum ein Fetisch Lust steigernd wirken kann, ist noch immer ungeklärt. Keine Theorie konnte bisher den Zusammenhang zwischen Individuum und Fetisch eindeutig nachweisen. Das liegt einerseits an der Vielfalt der Objekte, die als Fetisch dienen können, andererseits am Zeitpunkt des Entstehens fetischistischen Verhaltens. Es kann sehr früh im Leben eines Menschen auftreten. Es kann sich aber auch sehr spät im Leben eines Menschen ausbilden, möglicherweise aufgrund eines bestimmten Ereignisses.

Es kommt noch hinzu, dass ein Fetisch oft weitere Merkmale aufweisen muss, um auch als solcher zu wirken. Das kann beispielsweise die Farbe, das Material oder der Umstand, ob ein Kleidungsstück bereits getragen wurde, sein. Manche Fetischisten bedürfen nur einer Sinneswahrnehmung wie den Geruch oder den Anblick, für andere sind alle Sinne für die Erregung notwendig. Auch eine Projektion des Fetischs auf bestimmte Szenarien ist denkbar. Dabei werden die Eigenschaften des erregenden Objekts auf die der Umgebung übertragen. Beispielsweise kann eine Polizeiuniform oder das Outfit einer Krankenschwester im häuslichen Schlafzimmer die Fantasie des Fetischisten derart anregen, dass sie dem Stereotyp der Bestrafung oder der Intimpflege entsprechen und dadurch als Stimulus der sexuellen Erregung dienen.

Wenn im Leben eines Menschen ein bestimmtes Objekt in der oben beschriebenen Weise sexuell erregend für ihn ist, wird dieser Fetisch ihn in der Regel ein Leben lang begleiten. Denkbar sind allerdings leichte Abwandlungen oder das Hinzukommen weiterer Fetische.