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Peniskäfige und Keuschheitsgürtel

Peniskäfige und Keuschheitsgürtel sind ein beliebtes Instrument bei BDSM-Praktiken, das dem Träger einen Teil der Selbstkontrolle entziehen soll. Während Keuschheitsgürtel bereits um das Jahr 1500 herum auftauchten, sind Peniskäfige vermutlich erst seit ein paar Jahrzehnten verbreitet. Häufig hört man, dass Keuschheitsgürtel bereits im Mittelalter zum Einsatz kamen, um die Keuschheit ihrer Trägerinnen, während einer längeren Abwesenheit des Mannes, zu gewährleisten. Dabei dürfte es sich jedoch um einen Mythos handeln. Tatsächlich fanden Keuschheitsgürtel erst zu Zeiten des Barock Verbreitung und wurde wohl bereits damals als Sexspielzeug eingesetzt. Moderne Keuschheitsgürtel, teilweise auch als Florentiner Gürtel bezeichnet, bestehen aus Materialien wie Acryl oder rostfreiem Stahl. Sie werden so um die Taille gespannt, dass sie den Schritt bedecken und damit sowohl Geschlechtsverkehr als auch Masturbation unmöglich machen. Jeder Gürtel verfügt über ein Schloss, das nur mit dem richtigen Schlüssel geöffnet werden kann. Der Schlüsselbesitzer, der sogenannte „Keyholder“, hat somit die alleinige Macht, den Träger eines Keuschheitsgürtels von diesem zu befreien. Durch die somit geschaffene Rollenverteilung ist es sowohl dem aktiven als auch dem devoten Partner möglich, Lust zu empfinden. 
Peniskäfige oder sogenannte „Keuschheitsschellen“ erfüllen den gleichen Zweck wie Keuschheitsgürtel, sind jedoch speziell für Männer gestaltet. Sie werden sowohl in hetero- als auch in homosexuellen Beziehungen angewandt. Ein Peniskäfig verfügt über ein Rohr, in das der Penis eingeführt werden kann. Dabei gibt es verschiedenste Gestaltungsvariationen. Während manche Peniskäfige eine Erektion des Penis komplett verhindern, wird diese bei anderen zugelassen. Bei letzterer Variante wird oftmals auf Ringe zurückgegriffen, die zur Penisspitze hin enger werden. Mit zunehmender Größe wird die Erektion damit immer schmerzhafter. 
Keuschheitsgürtel und Peniskäfige werden für verschiedenste sadomasochistische Spiele verwendet. Während in den meisten Fällen mit Hilfe der Sexspielzeuge sexuelle Stimulation und Orgasmus zur Luststeigerung nur für eine bestimmte Zeit unterbunden werden sollen, gibt es auch die Möglichkeit des dauerhaften Tragens, das den Träger/die Trägerin zur vollständigen Keuschheit zwingt. In vielen Fällen hat der aktive Partner während dieser Zeit sexuelle Begegnungen mit anderen Partnern. 
Moderne Keuschheitsgürtel und Peniskäfige passen sich millimetergenau an die Form der Geschlechtsteile an. Dies ist notwendig, um ein Wundreiben und Infektionen zu verhindern. Bei vielen Modellen empfiehlt es sich vor dem Tragen die Schamhaare zu rasieren, da diese schnell eingeklemmt werden können. Aus hygienischen Gründen sollte ein Keuschheitsgürtel oder ein Peniskäfig bei längerem Tragen zumindest einmal am Tag abgelegt werden, sodass Scham und Sexspielzeug gründlich gereinigt werden können. Aus Gründen der Sicherheit ist es möglich, viele Keuschheitsgürtel selbstständig ohne den Keyholder zu öffnen. Nach der „unbefugten“ Öffnung kann der Gürtel allerdings nicht mehr ohne das Wissen des Keyholders angelegt werden.